Stress ist nicht das, was uns passiert. Es ist unsere Reaktion auf das, was passiert. Und diese Reaktion bestimmt unser Wohlbefinden.
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Das Zitat stammt von Hans Selye, einem österreichisch-kanadischen Mediziner und Pionier in der Stressforschung. Selye prägte den Begriff "Stress" in der modernen Medizin und erforschte intensiv die physiologischen Auswirkungen von Stress auf den Körper.
Selye entwickelte das Konzept des "allgemeinen Anpassungssyndroms", das beschreibt, wie der Körper auf Stressoren reagiert. Es besteht aus drei Phasen: Alarmreaktion, Widerstand und Erschöpfung.
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Stressmanagement & Analyse des vegetativen Nervensystems
Stress ist eine physiologische Reaktion des Körpers auf innere und äußere Anforderungen. Kurzfristig kann diese Reaktion adaptiv sein. Anhaltender psychosozialer Stress wird jedoch in Studien mit einer erhöhten Belastung verschiedener Regulationssysteme in Verbindung gebracht.
Unser Ansatz zielt darauf ab, individuelle Stressmuster zu erkennen und Strategien zur Stabilisierung der autonomen Regulation zu entwickeln.
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Auswirkungen chronischen Stresses – aktuelle Datenlage
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Prospektive Humanstudien zeigen, dass chronischer psychosozialer Stress mit einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen assoziiert sein kann (z. B. Cohen et al.). Vermittelt wird dies unter anderem über neuroendokrine und immunologische Mechanismen.
Epidemiologische Untersuchungen weisen darauf hin, dass eine Dysregulation der Stressachsen – etwa veränderte Cortisolprofile – mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen assoziiert sein kann. Die Zusammenhänge sind komplex und multifaktoriell.
Im Hinblick auf Krebserkrankungen wird Stress als möglicher modulierender Faktor diskutiert. Die aktuelle Evidenz erlaubt jedoch keine Einordnung als eigenständigen Risikofaktor.
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VNS-Analyse (Vegetatives Nervensystem)
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Das vegetative Nervensystem reguliert zentrale Körperfunktionen wie Herzfrequenz, Atmung und Gefäßtonus.
Zur Einschätzung der autonomen Regulation nutzen wir standardisierte Verfahren wie die Analyse der Herzfrequenzvariabilität (HRV). Diese kann Hinweise auf das Gleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasympathikus geben.
Die Ergebnisse dienen der individuellen Einordnung Ihrer Belastungssituation und können im Verlauf zur Orientierung herangezogen werden.
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Unterstützende Maßnahmen
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Je nach individueller Situation können Maßnahmen zur Förderung der vegetativen Stabilität sinnvoll sein, beispielsweise:
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strukturierte Stressregulationsprogramme
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Atem- und Entspannungsverfahren
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Bewegungstherapie
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Schlafoptimierung
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gegebenenfalls gezielte Mikronährstoffanalyse
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Infusionstherapie im Kontext Stressregulation
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In bestimmten Fällen kann eine ärztlich begleitete Infusionstherapie erwogen werden, etwa bei nachgewiesenen Defiziten oder erhöhter metabolischer Belastung.
Die eingesetzten Substanzen werden indikationsbezogen ausgewählt. Aussagen zur direkten Modulation des vegetativen Nervensystems oder zur spezifischen Krankheitsbehandlung werden nicht getroffen.
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Individuelle Begleitung
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Stressverarbeitung ist individuell unterschiedlich. Wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen ein strukturiertes Konzept zur Stabilisierung Ihrer Regulationssysteme – evidenzorientiert und auf Ihre persönliche Situation abgestimmt.​
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Cohen et al. (1991) – NEJM-Studie
Titel: Psychological stress and susceptibility to the common cold
Autoren: Sheldon Cohen, David A. J. Tyrrell, Andrew P. Smith
Journal: New England Journal of Medicine
Jahr: 1991
Direktlink:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/1713648/
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